Wilhelmspalais

Stahlbetonskelettbau innerhalb eines historischen Mauerwerks im Mineralwasserschutzgebiet
Bauherr: 
Landeshauptstadt Stuttgart
Architekt: 
Lederer, Ragnarsdóttir + Oei, Stuttgart
Land: 
Deutschland
Stadt: 
Stuttgart
Fertigstellung: 
Rohbau fertiggestellt, Einweihung Frühjahr 2017
Bildnachweis: 
Lederer + Ragnardóttir + Oei / Achim Birnbaum

Das 1840 von Giovanni Salucci erbaute Wilhelmspalais in der Stuttgarter Innenstadt erfährt eine Umnutzung von einer Stadtbücherei zu einem Stadtmuseum. Der Wettbewerbsentwurf der Architekten sieht eine vollständige Entkernung des denkmalgeschützten Gebäudes vor. Das Tragwerk ist als wirtschaftliche und robuste Stahlbetonkonstruktion konzipiert. Der vertikale Lastabtrag erfolgt losgelöst von den historischen Mauerwerksfassaden ausschließlich durch den Neubau im Inneren. Die Fassade "lehnt" sich lediglich an den Neubau an und leitet die Horizontallasten an ihn weiter. Die thermisch aktivierten und teilweise vorgespannten Stahlbetonflachdecken von bis zu 35 cm Stärke und das Holzdach werden von Stahlbetonstützen getragen. Durch die Integration der Lüftungsleitungen in Teilbereichen der Flachdecken kann in diesen Bereichen auf abgehängte Decken verzichtet werden. Dies ermöglicht optimierte Raumhöhen und Flexibilität in einem durch die maximale Traufhöhe der historischen Fassade begrenzten "Korsett". Das Bauwerk ist geprägt durch hohe Spannweiten und eine umfangreiche Gebäudetechnik. Die Treppen- und Aufzugskerne sorgen für die erforderliche horizontale Aussteifung. Die Gründung erfolgt als Flachgründung im für die Stadt Stuttgart typischen Mineralwasserschutzgebiet. Der Neubau und die Bestandsfassade wurden konstruiert, um Erdbebenlasten der Erdbebenzone 1 standzuhalten.

Projektnummer: 
0313